Freitag, 22. Februar 2013

Zwerg


Es waren die liebenswürdigen Bilder und der sensible Text von Frau Kirschkernzeit, welche mir dieses Strickprojekt nahebrachten. Dass die gute Ulma schneller als ich genadelt hat, ist ein wunderbar schöner Zufall. Nun endlich kann auch ich zeigen, welcherart bemützt hier der Frischling dem Winterwind trotzt.

Montag, 18. Februar 2013

Meine Schöne

Schosshündchen im Jagdhundpelz

"Unsere" Hündin war ein Langzeit-Feriengast. Vor beinahe zwei Jahren stiess sie zu uns und überschwemmte uns richtiggehend mit ihrer unendlichen Liebe. Ihre grosse Anhänglichkeit machte sie aber  auch sehr unruhig, da sie immer in meiner unmittelbaren Nähe sein wollte. Wurde ihr dies verwehrt, wartete sie unermüdlich und ziemlich gestresst auf mich. Es ist wohl kein Zufall, dass sie in der folgenden Zeit mehrere schwere Krankheitsbilder entwickelte.

Je mehr Zeit verstrich, desto weniger sicher waren wir alle, ob die Schöne bei uns wirklich glücklich werden konnte. Der endgültige Halterwechsel verschob sich immer wieder, und vorletzte Woche kehrte sie, wiederum ferienhalber fürs Erste, an ihren ersten Lebensplatz zurück. Sie marschierte dort ins Haus, inspizierte ruhig alles und nahm mit grosser Selbstverständlichkeit "ihren" alten Sessel in Besitz. Sie schlief extrem viel die ersten Tage, spielte ausgelassen mit den andern Hunden und zeigte keine einzige der Verhaltensauffälligkeiten und Beeinträchtigungen, welche sie und uns hier belastet hatten.

Der Hündin hat gewählt. Glücklich darüber, dass es ihr dort so gut geht, aber unendlich traurig lasse ich sie ziehen. Zähnezusammenbeissend halte ich mir die vielen Vorteile vor Augen, welche diese Veränderung mit sich bringt.

Wenn ich meinem Hund eine gute Nacht wünsche, nenne ich ihn meinen Freund und Lehrer und bedanke mich für alles, was er mir zeigt und mit mir teilt. Die Schöne nannte ich mein Herz und meine Seele.

Freitag, 15. Februar 2013

Glück


Die Maus in der Wand raschelt und knuspert und trippelt. Der Kater spitzt die Ohren.
Im trüben Schneeregen höre ich den Frühlingsruf eines Vogels.
Eine Zwergenmütze ist fertiggestrickt und wird dem Frischling auch in einem Jahr noch passen.

Manchmal ist Glücklichsein ganz einfach.


Ganz oben übrigens eine ältere Arbeit von mir. Die Collage stammt aus einer ganzen Serie zu Songtiteln von The Beatles.

Sonntag, 10. Februar 2013

Samstag, 9. Februar 2013

Rasenmäher



Alles begann mit einem Hochzeitsgeschenk: "Ihr habt ja so viel Land, da sind zwei Schafe das Richtige für Euch. Und keine Angst, die machen ü-b-e-r-h-a-u-p-t  k-e-i-n-e Arbeit." Das dies nicht stimmte, war mir sofort klar. Tiere bedeuten immer Arbeit. Sofern man ihrem Wesen gerecht werden will.

Es folgten Recherche-Stunden im Internet (BVET, Agate, ProSpecieRara etc.), der Bau eines Unterstandes, die Anschaffung einiger Utensilien, Kauf von Heu und Stroh, und und und... Die Schafe frassen derweil munter Gras, büxten dann und wann aus, wurden zutraulich und irgendwann angriffslustig, bis wir die beiden nach mehr als einem Jahr schliesslich schweren Herzens schlachteten. 

Die beiden jungen Böcke, welche anschliessend bei uns einzogen (wieder ein Hochzeitsgeschenk, welches wegen zuvorgekommenem ersten Paar zurückgestellt worden war), wurden bereits etwas routinierter behandelt. Eindeutig als Masttiere deklariert, wurden auch sie wenige Monate später, als das Gras knapp wurde, geschlachtet.

Wie weiter? Momentan liegt alles unter einer dicken Schneedecke, aber schon bald wird wieder Gras in Hülle und Fülle wachsen auf unserem Land. Junge Masttiere besorgen und im Herbst schlachten? Eine Herde von weiblichen Tieren aufbauen, diese jeweils im Herbst decken lassen und dann im darauffolgenden Jahr nur die überzähligen (v.a. männlichen) Lämmer schlachten? Welche Rasse? Welche Art der Beweidung? Gras mähen oder Heu zukaufen? Wie stehts mit einem Schafbock? 


Fragen über Fragen. Und deshalb besuchten mein Gefährte und ich heute einen Schafhalterkurs. Was habe ich alles gelernt! Weidearten verglichen, Klauen geschnitten, Parasiten bestimmt, Ohrmarken und Entwurmungsmittel studiert und vieles mehr. 

Ich bin voll von diesen Eindrücken und würde mich am liebsten schon morgen auf die Suche nach "meinen" Tieren machen. Wie gerne hätte ich bald wieder solch friedlichen Geschöpfe hier, welche mit ihrer heiteren Gelassenheit und ihrem sozialen Wesen den Hof "ganz und rund" machen. Die Schafe sind wie das Feuer, sie erden mich. Man kann nicht Heuraufe und Wassertränke füllen, ein bisschen mit den Tieren plaudern und ihre Interaktionen beobachten, ohne dass Ärger und Stress von einem abfallen.

Gleichzeitig sehe ich einen riesigen Berg Arbeit vor mir. Der Stall ist bei weitem noch nicht optimal eingerichtet, das Problem der Heugewinnung ist noch immer nicht geklärt und Zeit ist im Moment sowieso Mangelware in meinem Leben.

Die Kraft des Frühlings wirds richten, wird einiges in Bewegung bringen und dadurch Entscheidungen wachsen und gedeihen lassen. Bald.

Dienstag, 5. Februar 2013

Linie wird Fläche



Ich platze fast vor Stolz! Habe ich doch zum ersten Mal in meinem Leben eine englische Strickanleitung ins Deutsche übersetzt, die Maschenzahl auf die entsprechende Grösse für meinen schon etwas älteren kleinen Menschen hochgerechnet, neue Maschen stricken gelernt, Knöpfe angenäht und das Ganze auch noch in passabler Frist zu Ende gebracht.


Die Anleitung der "Pebble-Weste" ist von hier, motiviert haben mich die Vorstrickerinnen von kirschkernzeit und mme ulma mit ihren wundervollen Beschreibungen und Bildern. Danke Euch beiden! 


Verstrickt habe ich "Rowan felted tweed", Nadelstärke 3.5, statt der empfohlenen 80 habe ich 124 Maschen angeschlagen. Der Frischling ist jetzt 10 Monate alt, und wie geplant kann er so sogar noch etwas in das Schlüttchen reinwachsen. Perfekt!

Sonntag, 3. Februar 2013

Fundgrube



Die Treue halten,
Ohne zu wissen wohin
Die Beharrlichkeit
Ins Uferlose ohne Zweck,
Den Tag beginnen, als wär'
Er der erste und letzte zugleich.
Sein Ich erweitern
Und zugleich vor dem Werk
Zurücktreten immer mehr,
Das ist das Los,
Ist das Glück,
Ist die Not
Des schöpferischen Menschen.

(Helen Dahm)


Da habe ich dieses Blog ins Leben gerufen, um mir selbst beim Arbeiten und Denken zuschauen zu können. Ein Reflexionsplätzchen sollte dies werden und ein Ort, wo ich mir selbst und anderen zeigen kann, was so geschaffen wird von meinen Händen. Mit dem Hintergedanken, dass dann eben überhaupt auch etwas entsteht und es nicht immer nur beim Denken und Planen bleibt. Oder auf halber Strecke zum Erliegen kommt.

Und es funktioniert! Es funktioniert so gut, dass ich es vor lauter Gewerkel nicht mehr vor den Computer schaffe. Die Tage gehören weitgehend dem Kind, dem Gefährten, den Tieren und dem Haus, und so bleiben jeweils nur wenige Abend- und Nachtstunden für meine Projekte. Was wurde aber in diesen gestrickt, betoniert, geschliffen, gesprayt,... Die Resultate zeige ich gerne im Verlauf der nächsten Tage.

Und ich registriere die erste Fallgrube des Blog-Universums (oder meines Blog-Universums): die Kommentare der Leserinnen. Sie motivieren und freuen mich sehr, setzen mich aber auch unter Druck. Man weiss, da liest jemand mit, und so will man nicht zu lange warten mit dem nächsten Post. Und ehe man sichs versieht, ist aus dem spannenden, netten "Ego-Reflexions-Tool" eine öffentliche "Mini-Galerie" und ein gieriges Zeitfresserchen geworden, welches die tägliche Pendenzenliste um einen weiteren Punkt verlängert.

Zudem stellen sich Fragen nach Authentizität, Ehrlichkeit, Abgrenzung. Will ich beschönigen? Nur Gelungenes zeigen? Oder dem Scheitern ebenfalls einen Platz geben? Aber wirds dann nicht zu persönlich? Für Leserinnen soll dieses Blog ja im besten Fall Inspirationsquelle sein, nicht die unangenehme Ausbreitung meines Innenlebens. Vermutlich wird es die Zeit zeigen, welche "Färbung" meine Texte und Bilder annehmen. Jeder Post soll einfach im Moment des Veröffentlichens ehrlich und unprätentiös sein. Das ist mal ein erster, wichtiger Vorsatz.


Ganz oben übrigens eine ältere Arbeit von mir. Die Collage stammt aus einer ganzen Serie zu Songtiteln von The Beatles.
Ich freue mich über jeden Kommentar.
Weil dann Statistik-Zahlen zu Menschen werden.
Dank dir.