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Donnerstag, 28. April 2016
Morgenzauber
Heute Morgen traute ich meinen Augen kaum, als ich – noch kontaktlinsenbefreit und etwas verschlafen – aus dem Fenster guckte.
So schön es aussieht, so trivial und nachdenklich stimmend ist dieses Schauspiel:
Mit kleinen Feuern und Wind (der durch die Hanglage in Form von Luftströmungen gegeben ist) werden die empfindlichen Knospen der Reben vor dem Frost geschützt. Ein Szenario, welches wohl in Zukunft häufiger zu beobachten sein wird, da die Weinstöcke infolge des Klimawandels und der damit verbundenen milden Winter immer früher im Jahr austreiben.
Mittwoch, 23. März 2016
mit Volldampf voraus
Nach monatelangem, ja jahrelangem sporadischen, wilden Spurenhinterlassen auf Papier, welches kaum je (eine Ausnahme gab es) als gegenständlich bezeichnet werden konnte, hat uns der Frischling letzthin ohne Ankündigung mit dieser Lokomotive überrascht.
Aber so plötzlich sich solche Entwicklungsschritte zeigen, so lange haben sie sich in inneren Prozessen vorbereitet. Die Lokomotive ist nicht die einzige Gestaltwerdung der letzten Zeit. Im Stillen ist hier Schönes und Spannendes passiert. Bald komme ich hoffentlich dazu, mehr darüber zu schreiben.
Bis dahin: Auf allerorten volle Kohletender!
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Dienstag, 27. Oktober 2015
Bühnenbretter
Wie immer gibt er Gas, der Gefährte.
Die legendäre Late-Night-Show WALTERUNDSCHALTER feiert bald Premiere.
Ich freue mich sehr.
Besorgt euch Karten und/oder unterstützt das Projekt und/oder erzählt es weiter.
Samstag, 29. August 2015
Funkelgrüsse
Zwar komme ich nicht zum Schreiben, aber immer wieder denke ich an euch.
An dich, Ulma, und an das Füchslein, wenn der Frischling Fuchsspuren malt. Seht ihr wie das Tier übers Blatt geschnürt ist?
An dich, Bora, und an dein Mädchen. Langsam komplettiert sich die Garderobe der kleinen Puppe. Bald darf sie hoffentlich umziehen.
An dich, Katja. Diese Katze hat mich ganz zufällig beim Restaurantbesuch von der Flaschenetikettenrückseite im schönsten Gletscherblau angelächelt. Und zwar hat es etwas gedauert, bis ich das Wort verstanden habe (da phonetisch in Appenzellerdialekt geschrieben), aber dann kam mir natürlich sofort dieser Post in den Sinn.
Liebe Grüsse an euch und alle andern Leserinnen. Bald gibt es hoffentlich wieder mehr von uns zu lesen. Bis dahin funkeln wir hier noch etwas durch unsere Tage. O-Ton Frischling über die Zaunkönigin: "Sie stört mich wahnsinnig beim Spielen. Sie funkelt die ganze Zeit dazwischen!"
An dich, Ulma, und an das Füchslein, wenn der Frischling Fuchsspuren malt. Seht ihr wie das Tier übers Blatt geschnürt ist?
An dich, Bora, und an dein Mädchen. Langsam komplettiert sich die Garderobe der kleinen Puppe. Bald darf sie hoffentlich umziehen.
An dich, Katja. Diese Katze hat mich ganz zufällig beim Restaurantbesuch von der Flaschenetikettenrückseite im schönsten Gletscherblau angelächelt. Und zwar hat es etwas gedauert, bis ich das Wort verstanden habe (da phonetisch in Appenzellerdialekt geschrieben), aber dann kam mir natürlich sofort dieser Post in den Sinn.
Liebe Grüsse an euch und alle andern Leserinnen. Bald gibt es hoffentlich wieder mehr von uns zu lesen. Bis dahin funkeln wir hier noch etwas durch unsere Tage. O-Ton Frischling über die Zaunkönigin: "Sie stört mich wahnsinnig beim Spielen. Sie funkelt die ganze Zeit dazwischen!"
Dienstag, 17. März 2015
Demut und Dank
Ein Papa und eine Grossmutter sterben.
Ein kleines Mädchen wird nur wenige Tage alt.
Ein Vater verunfallt schwer.
Die Endlichkeit des Lebens und die Fragilität des Glücks nehmen Raum ein diese Tage.
Und dann ist da dieser Abend unter Freunden.
Wo plötzlich ein Gespräch den Smalltalk hinter sich lässt.
Wo ich lachen, staunen, fachsimpeln und zuhören kann.
Wo ich mich wohl und ganz und richtig fühle wie schon lange nicht mehr.
So wenig. So viel.
Freitag, 13. Februar 2015
das grosse Ganze
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| Bild von hier |
Um mich Wasser.
Neben mir Stein.
Über mir Schnee.
Nur das Feuer fehlt.
.
..
...
Ich bin das Feuer.
Da-Sein.
Ganz-Sein.
Donnerstag, 25. Dezember 2014
Ohren spitzen
Yeah! Das war grossartig! Danke Jonathan.
Der Gefährte und ich klebten am Bildschirm und verfolgten deinen Auftritt.
Es ist schön, dich zu kennen und ein Stück des Weges begleiten zu dürfen.
(Das gilt vor allem für den Gefährten, ich bin da ja nicht mehr als glückliche Trittbrettfahrerin.)
Für alle Blogleserinnen, welche nicht aus der Schweiz kommen:
"Jeder Rappen zählt" ist eine schweizweit angelegte Spendenaktionen. Dieses Jahr wurde für Familien auf der Flucht gesammelt. Das Ganze wird mit grosser Kelle angerührt, Radio- und Fernsehstationen arbeiten eng mit der Glückskette zusammen, als Zentrale fungiert eine Glasbox auf dem Europaplatz in Luzern. Als Social-Media-Event aufgezogen, kann man daran auch einiges kritisieren. Aber wie dem auch sei:
Die gesammelten
6'127'335 Franken
sprechen für sich.
Und weil es so schön ist, hier noch einmal Jonathan für euch:
Glückliche Weihnachtstage euch allen, mit viel Musik oder ganz still.
Dienstag, 9. September 2014
Rundgang
Wer kommt mit auf eine kleine Hofrunde?
Die Zweige der Apfelbäume biegen sich unter der Last der Früchte. Auch die Trauben sind bald reif. Und der kleine Quittenbaum trägt erstmals Früchte! "Eingeschleppt" von der Wahlberlinerin J. hat er hier seit unserer Hochzeit vor drei Jahren Wurzeln schlagen können.
Bodenstrukturen...
Der Blick durch die von Kapuzinerkresse überwucherte Weidenhecke.
Der Hahn hat alle(s) im Griff.
Die Schafe beobachten das Geschehen ums Haus gelassen von ihrem Unterstand aus. Sie bleiben nun etwas länger liegen, wenn man sich ihnen nähert. Hochschwangere Damen halt... Aber irgendwie haben wir uns mit dem Zählen vertan. Wir erwarteten die Lämmer Ende August. Es bleibt spannend.
Der grosse "Zweiphasen"-Kompost ist mein neuester Stolz. Erbaut vom Gefährten nach meinen Vorstellungen (dafür habe ich doch tatsächlich einst einen halbtägigen Kompost-Kurs besucht, unvergessen vor allem die Weissweingläser mit der Gravur "Prost Kompost"), liefert er einen wichtigen Beitrag zum Gartenglück. Die Miete ist angesetzt, jetzt darf sie gären.
Auch in mir drin gärt es heftig: Zwei Dokfilme beschäftigen mich nachhaltig. Ich möchte sie euch wärmstens empfehlen.
Schluss mit schnell kam per Bloglektüre in mein Leben.
Schneller, effizienter, besser wurde anschliessend vom Gefährten entdeckt, als er auf mein Drängen hin den obengenannten Film im Netz suchte. Beide Filme drehen sich um Zeit, Geld, Wirtschaft, Technik und das ganz persönliche Lebensglück.
Und nun geniesst den Vollmond!
Mittwoch, 30. Juli 2014
Samstag, 28. Juni 2014
Fremde Federn
Gesehen und verliebt!
So etwas entsteht, wenn sie die überschüssige Druckfarbe auf ihrer Holzschnitt-Farbwalze in einer ausgedienten Broschüre abrollt und diese wiederum einige Zeit später beim Aktzeichnen als Malgrund verwendet. Und was es sonst noch so braucht: viel Erfahrung und Können, ein frohes, mutiges Herz, verspielte Lockerheit und unversiegbare Neugierde und Lebenslust. (Die Abbildungen sind nicht ein "Best-of-Auszug" sondern zeigen das komplette vorliegende Heftchen.)
Liebste, beste HLK, ich bin dir oft eine gnadenlose Kritikerin, wie wohl nur eine Tochter es sein kann. Aber dann und wann bleibt mir nur Staunen und neidlose Bewunderung für dein Schaffen.
Hebs guet!
Montag, 12. Mai 2014
Kindbett
Die uralte Tradition des Kindbettkissens möchte ich deshalb ganz bewusst weiterführen. Die ersten Erfahrungen und Prägungen meines Kindes in der starken und für die Seele wichtigen Welt der Düfte sollen nicht irgendwelche synthetische Moleküle von Kosmetika oder spitaltypische Desinfektionsgerüche sein. Ein kleines Kissen soll es mit seinem zukünftigen Lebensraum, seiner Ahnenkette und seinem Umfeld verbinden. Zart eingehüllt soll es gestärkt und geschützt werden.
Das traditionelle Kindbettkissen wird mit Engelwurz, Beifuss, Johanniskraut, Labkraut, Kamille, Schafgarbe, Himbeere, Quendel und Frauenmantel bestückt. Da ich mich aber gerne auch von meiner Intuition leiten lasse, habe ich die Zusammensetzung leicht abgeändert.
Mein Kissen enthält Himbeerblätter, Schafgarbe und Frauenmantel, Johanniskraut, Kamille, Thymian, Verveine, Kornblumen und Malven. Dazu noch eine kleine Handvoll Arvenspäne und als eigentliche Füllung luftig-leichte Dinkelspreu.
Eingenäht habe ich die Wundermischung in einen schlichten Baumwollstoff. Beim Zusammenmischen und Einfüllen wurde ich tatkräftig vom Frischling unterstützt, und gemeinsam wünschten wir während dieser Tätigkeiten dem kleinen Kind schon einmal mit vereinten Kräften alles Gute. Und als Supplement gab es diesmal noch eine sommerlich gelbe Kissenhülle aus reinem Leinen obenauf, bei welcher ich mich an einem einfachen Hotelverschluss versucht habe.
Das fertige Kissen wird nun als wertvolles Gut in die bereitstehende Kliniktasche verstaut. Zusammen mit der wunderschönen Karte, welche mir Sybille Tezzele Kramer von my art diary zur bevorstehenden Geburt geschenkt hat. Ein berührendes Geschenk, welches einfach so per Post zu mir geflogen kam und mich einmal mehr staunen liess, was sich durchs Bloggen im "echten" Leben alles ereignen kann. Vielen Herzlichen Dank, liebe Sybille!
Dienstag, 15. April 2014
Montag, 24. März 2014
Anwärmen
Schon lange hielt ich Ausschau nach einer Puppe für den Frischling. Er ist zwar kein Puppen- und Stofftier-Kind, seine Präferenzen liegen mehr bei Gebrauchsgegenständen wie Hammer und Lippenstift. Ich möchte aber eine Puppe im Haus haben, welche all die kleinen Dinge "ausprobieren" darf, die bald schon hervorgeräumt werden: das Tragtuch, den Autositz, die winzigen Kleidchen und Windeln und anderes mehr. Damit der Frischling mindestens eine vage Vorstellung davon kriegt, was mit "Baby" gemeint sein könnte. Und damit er ebenfalls etwas zu versorgen hat, wenn es dann soweit ist und ich mit dem kleinen Kind beschäftigt sein werde. Falls er das dann überhaupt möchte.
Deshalb sollte die Puppe ein Baby sein, kein Puppenkind wie der Junge, den ich einst für den Frischling gefunden und fertiggestellt hatte. Aber diese erhältlichen "Newborn"-Plastikdinger sind riesig und ziemlich unhandlich für einen Zweijährigen. Und man kann sie so schlecht herzen. Sie sind hart und kalt.
Schliesslich habe ich diese Puppe gefunden. Joyk-Empathiepuppen werden in Ergotherapie, Logopädie und in der Demenzpflege eingesetzt (Ich habe keine Page der Marke selbst gefunden, nur Onlineshops, von welchen ich hier keinem den Vortritt geben will. Mit Hilfe einer Suchmaschine werdet ihr bei Interesse aber sicher fündig.). Auch scheint sich die Baby-Variante für zahlreiche Ausbildungslehrgänge zu eignen, wo man aufs Üben mit "echten falschen Babys" angewiesen ist, z.B. Shiatsu u.ä. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher "Kinder", die Baby-Version ist als Knaben- und Mädchenvariante erhältlich. Die Grösse des Babys entspricht einem echten Baby, auch muss beispielsweise das Köpfchen gestützt werden. Der Mund ist so gestaltet, dass man einen Finger oder Schnuller hineinstecken kann. Trotz der offensichtlichen Reduktion wirkt die Puppe deshalb sehr lebendig.
Die gelieferte Puppe war für mich etwas gewöhnungsbedürftig, zumal sie anders aussieht als das Ansichtsexemplar in den Onlineshops. Sie hat etwas gnomhaftes, ist ein kleiner, knubbliger Troll. Da sie aber durchaus nett in die Welt schaut und als Probeträger für mein Gestrick herhalten muss, ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich sie dann und wann aus ihrer Schachtel hole (es ist noch etwas zu früh, sie dem Frischling anzuvertrauen). Wenn ich diese Puppe dann wie ein Neugeborenes an die Schulter nehme oder im Arm trage, anders kann man sie kaum halten, erinnern sich meine Hände an die erste Zeit mit dem Frischling. Und ich spüre, wie sehr ich mich freue auf das richtige, lebendige kleine Kind.
Verstrickt habe ich die Drops-Wolle "Baby Alpaca Silk" (70% Alpaca, 30%Seide), eine ganz wunderbar zarte Wolle. Das Jäckchen ist ein "Sunnyside Baby Sweater" von hier. Es ist wirklich erstaunlich einfach zu stricken und lässt mich Strickbanause einen scheuen Blick in die goldenen Hallen der altehrwürdigen Strickerinnen werfen. Die Kappe "Quynn" kommt von hier (Danke liebe Ulma für den Tipp!). Auch sie strickt sich fast von selbst. Wer jetzt übrigens meint, nur weil ich die Jungen-Variante gestrickt habe, kriege der Frischling einen kleinen Bruder, liegt übrigens zu 50% falsch. Wir wissen nicht, ob ein Junge oder ein Mädchen da seine Kapriolen macht in meinem Bauch.
Mittwoch, 19. März 2014
stille Vorfreude
Es sind unspektakuläre Tage. Und doch geschieht so viel. Die Wunder zeigen sich im Kleinen.
Der Frühling knallt einem seine ganze Pracht noch nicht um die Ohren, aber er schleicht sich leise heran. Der Weidezaun trägt Kätzchen und der frischgepflanzte Kornelkirschbaum blüht. Meine grösste Freude sind jedoch die zarten Blättchen am Holunderbaum. Ich wusste nicht, ob er meine brachiale Umsiedlung überlebt hatte. Vor einiger Zeit grub ich ihn nämlich in unserem Waldstück an steilster Hanglage bei nassfeuchtem Wetter aus, während der Frischling im Kinderwagen schlief. Entsprechend winzig war der Wurzelballen, mein grobes Gezerre am Baum und nur mässiges Gegrabe liess viele Wurzeln abbrechen. Und jetzt spriessen überall diese kleinen Blättchen. Ein tapferes, zähes, braves Bäumchen.
Die Hennen legen Ei um Ei. Täglich von neuem diese warmen Handschmeichler aus dem Stroh zu bergen erfüllt mit Bewunderung und Dankbarkeit. Eier als Symbol für Fruchtbarkeit. Was ich schon immer gewusst habe, verstehe ich jetzt auch mit dem Herzen.
Der Frischling spielt und tanzt und werkelt und palavert und zeichnet. Er zeichnet überall. Auf Papier, auf die schöne alte Holztruhe, auf die gläserne Türe der Duschkabine. Fast immer freut es mich sehr. Sein Wachsen und Lernen ist wunderbar anzuschauen.
Ein ziemlich spontan gekauftes Baumwollgarn zeigt mit jeder gestrickten Reihe mehr von seiner Schönheit. Jede Masche hilft mir, in meinem Alltag meine Aufmerksamkeit auf das kleine Menschenkind zu richten und ihm liebevolle Gedanken zukommen zu lassen. Wie der schüchterne Frühling wirkt seine Gegenwart nämlich trotz aller Vorboten noch etwas fern. Man wagt kaum, daran zu glauben. Doch schon ganz bald wird es (hoffentlich) mit uns leben und wir können uns dann nicht mehr vorstellen, wie wir es ohne seine Gegenwart aushalten konnten.
Stille, heimliche, versteckte Wunder. Die aber alle doch schon ihre Boten vorausschicken und Zeichen setzen in diesen Tagen.
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Donnerstag, 19. Dezember 2013
Bochselnacht
Nacht
Feuer
alte Geister
junge Kräfte
Freut euch des Lebens
weil noch das Lämpchen glüht,
pflücket die Rose
eh' sie verblüht.
Ich weiss nicht, weshalb mich die Bochselnacht jedes Jahr so anrührt. Die Meinungen sind ja durchzogen. Mir gefällt das gänzlich Unsüsse in dieser doch oft etwas überzuckerten Vorweihnachtszeit. Zuerst der Strom der zügig schreitenden Kinder, ohne Musik, nur mit drei Trommlern an der Spitze des langen Zuges. Dann das Lied am Dorfbrunnen, mehr geschrien als gesungen. Und zum Schluss Böllewegge.
Beim Frischling ist der Funke bereits gezündet. Obwohl er vor allem vergeblich die Elefanten gesucht hat. Das Getrommel klang in seinen Ohren verdächtig nach der Frühpatrouille des Dschungelbuches.
Freitag, 13. Dezember 2013
Wärme
Normalerweise macht Konsum nicht glücklich. Aber der letzte Besuch im Brocki hat via materielle Güter so viel immaterielles Glück gebracht, dass es sich beinahe schon ein bisschen wie Weihnachtsgeschenkefreude anfühlte.
Für den Frischling fand sich eine hübsche kleine Schubkarre, ein äusserst praktisches und sofort von ihm in Beschlag genommenes Gefährt, welches bis anhin in seinem wachsenden Fuhrpark gefehlt hatte. Bei seiner zweiten Adventsfreude war er eher der Nutzniesser. Die kleine Puppe lag schon lange Zeit in der Puppenecke des Brockis. Bei jedem meiner Besuche im vergangenen Jahr nahm ich sie zur Hand, berührt ob ihrer handgemachten Unperfektion und nie so ganz schlüssig, ob ich sie nun wahnsinnig liebenswürdig oder vielmehr etwas grüselig fand. Diesmal schien sie mir nur noch liebenswürdig. Und sie tat mir einfach leid zwischen all den nackten Plastikdingern mit verklemmten Schlafaugen und abstehenden Synthetikhaaren. Der Frischling bekam von alledem nichts mit, aber zuhause begrüsste er den Neuzuzüger mit liebevollen, begeisterten Jauchzern. Himpeli hat sofort Einzug in sein Herz gehalten, und ihm wird mehr Aufmerksamkeit zuteil als jeder anderen Puppe.
Für den alten Herrn Hund gab es einen neuen Schlafsack, nachdem diese Vorliebe von ihm in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten war. Dankbar lässt er sich nun regelrecht begraben, am liebsten ists ihm, wenn er komplett zugedeckt wird. Wie er selbst den Gestank darunter aushält, ist mir schleierhaft, aber auch egal. Jedenfalls scheint es seinem steifen Rücken wohl zu tun, wie ein junges Reh gebärdet er sich die letzten Tage auf unseren Spaziergängen.
Und dann war da noch die Brotbackmaschine. Die Puristen unter Euch mögen aufheulen ob soviel maschineller Tristesse. Ja, Teigkneten ist ein sinnliches Glück, und das Prozedere zu einem eigenen Brot mit all dem Bearbeiten und Gehen lassen und Backen eine wertvolle, aber auch zeitintensive Freude. Aber uns mangelte es nicht an romantisch-sinnlichen Tätigkeiten, sondern oft einfach an schlichtem Brot. Wir schafften es, für eine ganze Woche einzukaufen, allein Brot und Milch machten uns oft einen Strich durch die Rechnung. Und weil ich ohne richtiges Frühstück zu gar nichts zu gebrauchen bin, musste sich jemand von uns dann und wann in aller Herrgottsfrühe ins Auto setzen, nur um ein Brot zu besorgen. Und dieser unsagbare Zustand ist nun vorbei. Mit dem erstandenen Gerät kann ich sogar total erschöpft nach einem langen Tag zu nächtlicher Stunde noch Mehl und die weiteren Kleinigkeiten zusammenfügen, und das gute Ding erledigt dann für mich die Heinzelmännchenarbeit, während ich selig schlafe. Die ersten Versuche erfüllen jedenfalls meine Erwartungen. Das Brot schaut nicht gerade schön aus, schmeckt aber ausgezeichnet und ist von angenehmer Konsistenz. Und was gibt es besseres als der Duft von frischem Brot im Haus? Eine alltagspraktikable Lösung scheint sich gefunden zu haben, was mich fürs Erste sehr freut.
Warme Herzen, warme Knochen, warme Bäuche. Jetzt darf der Schnee kommen.
(Die für diesen Post benötigten Bilder habe ich in der letzten halben Stunde direkt "aus dem Leben gegriffen". Ja, Himpeli fand ich tatsächlich im Bett des Frischlings, und ja, auf dem Stuhl schläft wirklich ein ziemlich grosser Hund! Welcher sich jetzt gerade durch sein Schnarchen verrät...)
Für den Frischling fand sich eine hübsche kleine Schubkarre, ein äusserst praktisches und sofort von ihm in Beschlag genommenes Gefährt, welches bis anhin in seinem wachsenden Fuhrpark gefehlt hatte. Bei seiner zweiten Adventsfreude war er eher der Nutzniesser. Die kleine Puppe lag schon lange Zeit in der Puppenecke des Brockis. Bei jedem meiner Besuche im vergangenen Jahr nahm ich sie zur Hand, berührt ob ihrer handgemachten Unperfektion und nie so ganz schlüssig, ob ich sie nun wahnsinnig liebenswürdig oder vielmehr etwas grüselig fand. Diesmal schien sie mir nur noch liebenswürdig. Und sie tat mir einfach leid zwischen all den nackten Plastikdingern mit verklemmten Schlafaugen und abstehenden Synthetikhaaren. Der Frischling bekam von alledem nichts mit, aber zuhause begrüsste er den Neuzuzüger mit liebevollen, begeisterten Jauchzern. Himpeli hat sofort Einzug in sein Herz gehalten, und ihm wird mehr Aufmerksamkeit zuteil als jeder anderen Puppe.
Für den alten Herrn Hund gab es einen neuen Schlafsack, nachdem diese Vorliebe von ihm in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten war. Dankbar lässt er sich nun regelrecht begraben, am liebsten ists ihm, wenn er komplett zugedeckt wird. Wie er selbst den Gestank darunter aushält, ist mir schleierhaft, aber auch egal. Jedenfalls scheint es seinem steifen Rücken wohl zu tun, wie ein junges Reh gebärdet er sich die letzten Tage auf unseren Spaziergängen.
Und dann war da noch die Brotbackmaschine. Die Puristen unter Euch mögen aufheulen ob soviel maschineller Tristesse. Ja, Teigkneten ist ein sinnliches Glück, und das Prozedere zu einem eigenen Brot mit all dem Bearbeiten und Gehen lassen und Backen eine wertvolle, aber auch zeitintensive Freude. Aber uns mangelte es nicht an romantisch-sinnlichen Tätigkeiten, sondern oft einfach an schlichtem Brot. Wir schafften es, für eine ganze Woche einzukaufen, allein Brot und Milch machten uns oft einen Strich durch die Rechnung. Und weil ich ohne richtiges Frühstück zu gar nichts zu gebrauchen bin, musste sich jemand von uns dann und wann in aller Herrgottsfrühe ins Auto setzen, nur um ein Brot zu besorgen. Und dieser unsagbare Zustand ist nun vorbei. Mit dem erstandenen Gerät kann ich sogar total erschöpft nach einem langen Tag zu nächtlicher Stunde noch Mehl und die weiteren Kleinigkeiten zusammenfügen, und das gute Ding erledigt dann für mich die Heinzelmännchenarbeit, während ich selig schlafe. Die ersten Versuche erfüllen jedenfalls meine Erwartungen. Das Brot schaut nicht gerade schön aus, schmeckt aber ausgezeichnet und ist von angenehmer Konsistenz. Und was gibt es besseres als der Duft von frischem Brot im Haus? Eine alltagspraktikable Lösung scheint sich gefunden zu haben, was mich fürs Erste sehr freut.
Warme Herzen, warme Knochen, warme Bäuche. Jetzt darf der Schnee kommen.
(Die für diesen Post benötigten Bilder habe ich in der letzten halben Stunde direkt "aus dem Leben gegriffen". Ja, Himpeli fand ich tatsächlich im Bett des Frischlings, und ja, auf dem Stuhl schläft wirklich ein ziemlich grosser Hund! Welcher sich jetzt gerade durch sein Schnarchen verrät...)
Samstag, 23. November 2013
genug gelitten!
Allein die Anreise zum Theater war ein Genuss. Per Bahn bin ich durch die Ostschweiz und über die Grenze gebummelt und habe zwei Stunden gebraucht, was mit dem Wagen in einer zu schaffen wäre. Ich habe die Landschaft vorbeiziehen sehen (anfangs), ein bisschen Löcher in die Luft geschaut, gestrickt und Schokomakronen, Ziegenkäse-Zwetschgenkonfitüre-Brötchen und ein Thunfischsandwich, abgelöst von einigen Mandarinen verputzt (die geneigte Leserin möge sich ihren Teil zu diesem kulinarischem Stelldichein denken...).
Feldkirch verbarg sich im Dunkeln, von dem wenig Sichtbaren ich jedoch sehr angetan. Das alte Hallenbad fand ich ohne Probleme, und auch meine beiden Freundinnen trudelten rechtzeitig direkt aus Luzern ein. Ein erlebnisreicher Abend konnte beginnen.
Theater ist mir ziemlich fremd. Ich liebe Bilder, mag Musik. Vor Theater habe ich jedoch eine Scheu, es erscheint mir irgendwie zu intellektuell, zu abgehoben, zu stilisiert. Das ist eigentlich erstaunlich, da ich immer ganz begeistert bin, wenn ich dann wieder einmal ein Theaterstück zu sehen bekomme. Auch dieses Mal wiederholte sich diese Erfahrung.
Von Beginn weg genoss ich die Aufführung. Ich liess mich vom Stück mitnehmen auf seine Reise, war beeindruckt, berührt, betroffen und die ganze Zeit über bestens unterhalten. Den Gefährten auf der Bühne zu sehen in dieser fremden Situation war eigenartig und sehr schön.
Und stolz, ja, stolz war ich auch. Und bin es heute noch. Und jetzt hoffe ich, dass ich langsam den grässlichen Popocatepetl-Twist-Ohrwurm wieder loswerde, welcher mich seit Wochen begleitet. Sogar der Frischling ist infiziert. Wenn ich die Melodie summe, ohne es selbst zu merken, schreit er laut I-AAAA... Wie gesagt: Genug gelitten jetzt.
Donnerstag, 31. Oktober 2013
Halloween
Der Hype um Halloween hat mich bis anhin kalt gelassen. Das grosse Geschäft um Grusel-Gadgets kann mir nichts anhaben, das halbierte Eichhörnchen unterm Gästebett (gestern) deckt meinen Ekelbedarf vollkommen. Wenn am Donnerstag der letzten ganzen Woche vor Weihnachten alle Kinder (und das sind einige!) des Dorfes mit ihren Bochseltieren die archaische Bochselnacht feiern, zum Schluss des Umzuges "Freut euch des Lebens" durch die Nacht singen (schreien) und die von den Kerzen angewärmten Runkelrüben einen süsslichen Duft verströmen, dann berührt mich dies weit mehr als einige dekorativ ausgehöhlten Kürbisse. Und für die hibbelige Vorfreude auf "Trick-or-Treat" fehlen mir wohl einfach die Kinder im entsprechenden Alter.
Berühren kann man mich allerdings mit "Memento mori" (Gedenke deiner Sterblichkeit). Denn Allerseelen und Allerheiligen lassen uns zwar über unseren Tellerrand hinausdenken, führen uns aber immer wieder auf uns selbst, unsere Lebendigkeit, unsere Menschlichkeit und intensiv zu erfahrende Endlichkeit zurück. Ich war genauso alt wie meine jetzige "Kundschaft", als ich mich zeichnerisch, fotografisch und malerisch intensiv mit diesem Thema auseinandersetzte.
Als ich mich heute Morgen unverhofft einem bettelndem, hochmotivierten Grüppchen gegenübersah, konnte und wollte ich deshalb nicht an meinen Plänen festhalten. Während die Jugendlichen hingebungsvoll ihren Klassenkameraden in den Tod verwandelten (seine sehr charakteristische Haarpracht hatte er sich tags zuvor extra hierfür abrasieren lassen!), spürte ich vor allem sprühendes Leben, Zusammenhalt, Engagement, Energie. Während das pinselnde Grüppchen immer grösser wurde, kümmerte sich eine Person um die kulinarische Versorgung des Modells und fütterte es mit Bananen, während eine andere es immer wieder mit einem Haarföhn anpustete und dadurch ein bisschen wärmte. Anatomiekunde war nie spannender, und das Rumlungern und Sich-Zeigen in den Gängen während der grossen Pause verriet den Stolz aller Beteiligten.
Ich empfinde es immer wieder als riesiges Privileg, mit meiner beruflichen Tätigkeit so viel Lebensfreude, Individualität, Begeisterungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Handlungskompetenz begleiten und fördern zu dürfen.
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Dank dir.


















































