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Montag, 27. Juni 2016

Metamorphose



Die Küken verändern sich.
Alles verändert sich.

Gibt es noch treue Leserinnen, welche bisweilen hier vorbeischauen? Worauf hofft ihr?
Auf Bilder vom Hofleben? Auf Neuigkeiten aus dem Schafstall? Auf Gedanken über die Welt?  Auf die Präsentation von DIY-Projekten? Was hat euch gefallen an Frau Krähe?

Ich bin mir unschlüssig, ob und wie es weitergehen soll:
Mehr Aspekte von Frau Krähe hinüberschmuggeln in den neuen Blog?
Aspekte von Frau Krähe via Instagram thematisieren?
Frau Krähe dann und wann hier weiterflattern lassen?

Ich freue mich über jeden Kommentar, der mir hilft, eine Antwort zu finden.






Dienstag, 31. Mai 2016

Kükenglück


Ein Nachtrag.
Einfach weil sie so wunderbar sind.


Einmal mehr muss ich es schreiben: 
Mother Nature ist beautiful.


Und verschwenderisch:
14 Eier untergeschoben.
5 nach wenigen Tagen zerdrückt (eine Rangelei im Hühnerhaus zwischen den Hennen?).
2 Küken nach dem Schlupf gestorben.
3 Eier unbefruchtet, folglich kein Schlupf und Abbruch des Brütens nach 22 Tagen.
4 lebende Küken.
Noch.

Wir fragten uns, ob die Küken eigentlich wissen, wer sie ausgebrütet hat resp. ob die beiden Hennen "ihre" Küken erkennen. Es geht meist etwas chaotisch zu und her in den beiden Nestern.

Heute Nacht jedenfalls haben die Hennen die Situation auf ihre Art und Weise gelöst: Alle sechs haben sich im selben Nest zusammengefunden. Sieht unbequem aus, muss aber toll sein. Ich sag nur eins: Familienbett.


Freitag, 27. Mai 2016

Liebeserklärung


Dieser Post ist ein Abschied. Ein Abschied von Frau Krähe. Aber es soll kein trauriger Abschied sein, weil es nämlich gar keinen Grund zu Traurigkeit gibt. Ich habe mich entschlossen, die Form meines Blogs zu verändern. Frau Krähe geht (vermutlich), ich selbst bleibe.

Zuerst aber möchte ich mich bedanken. Dieser Blog ist vor 3.5 Jahren aus dem Wunsch entstanden, regelmässig zu schreiben, meinen Gedanken einen Raum zu geben. Eine Art Tagebuch über meine Tätigkeiten sollte entstehen, zu meiner mehr oder weniger alleinigen Freude. „Frau Krähe“ ist immer klein geblieben. Und ich war sehr glücklich damit. Gerade deshalb „kenne“ ich wohl viele meiner Leserinnen. Ihr Lieben, ihr habt mir die letzten Jahre so viel geschenkt, und ich bin so glücklich, euch durch eure Blogs kennengelernt zu haben.

Wo fange ich an? Alphabetisch? Nach Kennenlernzeitpunkt? Thematisch? Ach herrje, verzeiht mir meine chaotische Auflistung. Die Holunderblüten sind natürlich exklusiv für euch!


Danke liebe Ulma. Für alles. Du weisst schon.

Danke liebe Melanie. Deine Zeichnungen erfreuen mich. Deine Familie berührt mich. Dein Leben verändert mich.

Danke liebe Bora. Du bist meine Schweizer Soulemama. Dein Blog leuchtet still und unerschütterlich voller Liebe für deine Familie und durch die Wertschätzung, welche du den täglichen kleinen Wundern schenkst. Ich lerne viel von dir.

Danke liebe Patricia. So anders, dein Leben dort im fernen Berlin. Und doch fühle ich mich immer wieder so daheim in deinen Schilderungen, Überlegungen und Standpunkten.

Danke liebe Dania. Für deine Offenheit und deine Stärke.

Danke liebe Katja. Für deine feinen Worte und schönen Bilder.

Danke liebe Susanne, liebe Uta, liebe Caroline, liebe Miriam, liebe Jana. Euer Blick und eure Worte auf und über Kinder prägen mich, machen mir Mut und bestärken mich, meinen Weg zu gehen.

Danke liebe Carmen. Deinen Garten bewundere ich sehr. Unsäglich weit bin ich von einer solchen Pracht entfernt. Aber das Weidenflechten durfte ich ja wenigstens schon von dir lernen.

Danke liebe Friederike für deine präzisen Worte über die Schönheit des Landlebens fernab von Landlust-Romantik-Kitsch.

Danke liebe Rike, liebe Andrea, liebe Katharina: Ihr bringt mich zum Lachen, zum Nachdenken, zum mich-Aufregen bisweilen. Viel Herz und viel Inspiration.

Danke liebe Mareice, liebe Iren, liebe Gabriela, durch euch ist Inklusion von meinem Kopf in mein Herz gewandert.

Danke liebe Kathrin. Du bist der einzige Mensch aus meinem Leben 1.0, der ebenfalls einen Blog schreibt. Sowas verbindet.

Danke liebe Maria und liebe Julia für eure ansteckende Liebe zu den Puppen.

Danke liebe Frederike und liebe Lena, für euer Lesen und Kommentieren, für das gemeinsame Gehen eines Stück des Weges.

Danke liebe Stephanie für deine Poesie, deine klugen Gedanken und wunderbaren Buchempfehlungen.

Danke liebe Sybille für dein Bild, welches mich durch die Geburt der Zaunkönigin getragen hat.

Danke liebe Bianca für den schönen Mailkontakt.

… Und jetzt habe ich diese dumme Angst, dass ich jemanden vergessen habe. Habe ich ja wahrscheinlich auch. Deshalb noch einmal ganz pauschal und inklusive alle Nicht-Genannten: Danke, dass ich soviel von euch lesen und lernen darf. Danke, dass ihr mich inspiriert.

Und ganz speziell an meine Leserinnen, die natürlich nicht deckungsgleich sind mit den oben Genannten: Danke, dass ihr mich gelesen habt. Danke, dass ihr mir immer (!) freundliche und wohlwollende Kommentare auf meine Posts hinterlassen habt. Was für ein Geschenk!


Doch wie gehts jetzt weiter? Fast genau gleich. Ich lese euch weiterhin. Und freue mich, wenn ihr, sofern ihr schon „Frau Krähe“ gemocht habt, mitkommt zu meinem neuen Blog. Er fokussiert stärker auf das Leben mit Kindern und dient zudem als Webauftritt für meine neue Tätigkeit als Artgerecht-Coach. Ich hoffe sehr, dass es mir gelingen wird, trotz der leichten Professionalisierung viel Persönliches und Überraschendes in den Posts bewahren zu können.

„Frau Krähe“ wird wohl fürs Erste verstummen. Das Schreiben für zwei Blogs übersteigt meine Ressourcen. Trotzdem scheue ich mich, diesen mir liebgewordenen Platz vom Netz zu nehmen. Mal schauen, wie sich das entwickelt.


Bleibt froh und mutig!
Eure "Frau Krähe"

P.S.: In zwei Tagen sollten die Küken ausschlüpfen. Bereits dann kann ich es mir wohl nicht verkneifen, hier ein paar Bildchen zu platzieren...

Dienstag, 17. Mai 2016

Pfingstgemeinde


Sonntagmorgen. Der hohe Raum ist von diffusem Licht erfüllt. Es ist etwas düster. Wohlig-gemütlich. Leises Rascheln ist zu hören. Atemgeräusche. Ein Husten. Die Plätze sind gut belegt, aber es finden sich doch da und dort noch freie Stellen.

Die Orgel spielt, der Kirchenchor singt ein geistliches Lied. Die Gemeinde stimmt ein.

Ich stehe immer noch im Eingang. Spüre die Wärme der Körper, die ganze physische Präsenz, welche mir entgegenschlägt. Sie nimmt mir den Atem. Ich bin ein bisschen ergriffen. Würde gerne länger verweilen. Den Stimmen lauschen. Schauen. Beziehungen erahnen, wo es vielleicht gar keine gibt.

Ein Vogel flitzt nahe an meinem Kopf vorbei. Pfingsten. Trotzdem keine Taube. Die Schwalben sind zurück.


Als die Musik verklingt, höre ich die murmelnde Stimme des Pfarrers. Seine Worte kann ich nicht verstehen. Das kleine, nie ausgeschaltete Stall-Radio vermag die Details nicht wiederzugeben. Auch sind die Geräusche aus dem Raum vor mir zu laut. Eine Kuh pisst ausladend, eine andere kratzt sich mit Hilfe einer Stallvorrichtung an der Flanke, Metall schlägt rhythmisch auf Metall.

Leise ziehe ich mich zurück. Die Kühe ruhen im Stroh, käuen wieder, lassen sich berieseln von der Predigt und verstehen davon ihre ganz eigene Wahrheit.


Freitag, 13. Mai 2016

Huhn und Ei


Vor einem Jahr brütete unsere Sussex-Henne ein Küken aus. Das war ihr Glück, denn genau in jener Zeit wurden ihre beiden Kolleginnen und der Hahn an einem Junimittag von einem jungen Fuchs getötet.

Jetzt brütet sie wieder. Gemeinsam mit ihrer Tochter. Die Bruteier haben wir am Prospecierara-Markt gekauft. Geplant und gewünscht ist der Schlupf von Schweizerhühnern. Die Geflügelzüchter waren aber mit ihren zahlreichen Eierkartons hinter dem Verkaufsstand ziemlich überfordert. Mehr noch, es herrschte ein veritables Chaos. Es würde mich nicht wundern, wenn hier in zwei Wochen Enten oder Gänse aus den Eiern schlüpfen.


Jeder Henne haben wir am vergangenen Sonntag sieben Eier untergeschoben. Heute waren im Nest der alten Henne nur noch zwei Eier unversehrt. Der Rest war verschwunden oder lag zerschlagen in und vor dem Hühnerstall. Der Bauch der Henne ist noch immer mit  Eigelb verklebt, und sie ist sehr unruhig. Was ist geschehen? Ich weiss es nicht, putze das Nest, platziere die verbliebenen Eier, schmeisse die Reste in den Wald und verbiete mir dann weiteres Grübeln. Kann man nur mit einer guten Portion Pragmatismus und Bodenständigkeit mit Tieren zusammenleben? Nach den Erlebnissen des letzten Sommers akzeptiere ich den Lauf der Dinge in den Ställen einfach. Wenigstens habe ich mir das fest vorgenommen. In Gedanken stimme ich den Notizen vom Landlebenblog zu.

Und jetzt: Wünscht uns Glück. Eigentlich möchten wir unseren Bestand um zwei Hennen und einen Hahn aufstocken. Neun Eier werden noch bebrütet. Es besteht also Grund zur Hoffnung.

Dienstag, 26. Januar 2016

Gedankenknospen


Dort, an der windgeschützten Stelle, wo die Sonne die Steinmauer bereits etwas aufgewärmt hat, ist es angenehm warm. Eine Mutter stillt ihr Baby, der Hund hat sich ebenfalls bei ihr niedergelassen und döst. Die Frau hat zudem nebenbei ein Auge auf die etwas grösseren Kinder, welche unter dem Haselstrauch mit kleinen Zweigen, Zapfen und Steinen ein Zwergendorf aufbauen. Die drei grossen Schulmädchen füttern derweil die Hühner und versuchen, der zahmen Henne ein Kunststück beizubringen.

Die Sonne brennt auf die Gartenbeete, wo zwei Frauen die Erde auf eine neue Saat vorbereiten. Sie wechseln dann und wann einige Worte, tauschen sich aus über dies und das. Währenddessen gehen die Männer mit Schaufeln und Hacken ans Werk, die Fläche für die neue grosse Feuerstelle will ausgeebnet werden. Ein Mann trägt sein schlafendes Enkelkind in der Traghilfe und bereitet für alle den Zvieri vor.

Wer arbeiten möchte, arbeitet. Wer sich zurückziehen will, geniesst ganz für sich allein eine stille Ecke des Gartens.

Gegen Abend wird der neue Feuerplatz eingeweiht. Heisse Kartoffeln aus der Glut, etwas Käse, Brot, Wasser und Wein. Während die Grossen über Bohnensorten, neue Apps, die Lage in Nahost und das perfekte Anti-Mücken-Mittel fachsimpeln, geniessen die Kleinsten die freundliche, gemütliche Atmosphäre und knüpfen mutig Kontakte. Die grossen Mädchen erzählen den kleineren Kindern auf dem Gartensofa, in warme Decken gehüllt, Geschichten von verzauberten Prinzen und Prinzessinnen. 

Klingt doch wunderbar, oder nicht? Ein Traum? Ein unerfüllbarer Traum? Zuviel Bullerbü, Lönneberga und Villa Kunterbunt in einem?

Wir haben Platz genug, wo dieses Lebensgefühl Gestalt annehmen könnte. Ob es noch andere gibt, welche Lust auf eine Realisierung haben? Gibt es hier in der Nähe Menschen, die nicht in "mein", "dein", in Franken und Mann-/Fraustunden rechnen? Die Kinderbetreuung mit Saatgut mit einer warmen Mahlzeit mit nicht mehr benötigter Kinderkleidung "bezahlen" möchten? Die an den Wert von Freundschaft glauben? Die ihre Kinder am liebsten Kinder sein lassen?

Wir haben mit unserem "Stall" die letzten Jahre erlebt, dass die Menschen gerne bei uns einkehren und ihre Freizeit bei uns verbringen. Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, in der das gemeinsame Tun Einzug hält in unserem Leben.

Obwohl es noch weit ist bis zum Blühen und Wachsen, in meinem Kopf und Herzen spriessen Bilder und Ideen. Ob aus diesen zarten Knospen einst prachtvolle Blumen werden, weiss ich nicht.

Was meinst du? Würdest du dir einen Strauss pflücken wollen von diesen Pflänzchen?

Samstag, 16. Januar 2016

Das Messer


Seit Weihnachten ist der Frischling ein Messerträger. Uns gefällt das schlichte Modell mit nur einer Klinge, welche sich mit einem Sicherheits-Drehring fixieren lässt. Das ist gut verständlich für ein detail- und routineverliebtes Kind (Drehring öffnen, Klinge aufklappen, Drehring schliessen. Kontrollieren. Dann Drehring öffnen, Klinge einklappen, Drehring schliessen. Kontrollieren. Und so weiter, und so fort). Mit seinen noch nicht einmal vier Jahren kann man ihn für zu jung halten, mit einem solchen Werkzeug umzugehen. Kann man. Wir nicht.

Wichtig ist es, dass Kinder und Erwachsene die neun Schnitzregeln kennen und anwenden. Der Junge kennt sie, trotzdem darf er aber nicht ohne unser Beisein schnitzen, und das wird wahrscheinlich auch noch ziemlich lange so bleiben. Auch in der Waldspielgruppe durfte er es nur geschlossen herzeigen, obwohl es dort ältere Kinder gibt, die bereits selbständig schnitzen. Dass seine dortige Bezugsperson ihm dann mit seinem eigenen Messer einen Drachen aus dem Zvieri-Würstchen geschnitten hat, war sein grosses Nachmittags-Highlight.


Hier sind sie also, die neun Schnitzregeln (dass es neun sind, als fehlte bereits der eine Finger für den "runden Zehner", finde ich sehr lustig):

1. Wer schnitzt, die sitzt.
2. Ich schnitze vom Körper weg.
3. Wer schnitzt, braucht eine Armlänge Abstand.
4. Schnitze nur mit scharfer Klinge.
5. Immer nur ein Werkzeug auf einmal aufklappen.
6. Wer sein Messer nicht braucht, packt es ein.
7. Ich gebe mein Taschenmesser nur geschlossen weiter.
8. Wir ritzen keine lebende Bäume.
9. Das Taschenmesser ist keine Waffe.


Dies und anderes Wissenswertes rund ums Schnitzen findet sich auf der Website von Schnitzpapst Felix Immler. Hier lang. Den Comic mit den Schnitzregeln gibts hier.

Und wie haltet ihr es mit Messern, Scheren, Bohrmaschinen und anderem Werkzeug für eure Kinder?

(Jajaja, Bild 3 entspricht nicht Regel 3. War aber richtig und wichtig so beim ersten Schnitzversuch.)



Freitag, 27. November 2015

Teebeutelweisheit


Der kinderfreie Nachmittag ist kein freier Nachmittag. Einkauf, Holzlieferung, anschliessendes Versorgen der Tiere und dann bereits wieder Abholen der Trabanten stehen auf dem Programm.

Der Traktor fährt pünktlich vor, jedes Holzstück wird vom Anhänger durch die Scheune getragen und durch die Bodenluke hinters Haus geworfen, wo der Eingang zum Heizungskeller liegt. Dort wird jedes Stück auf eine alte, hölzerne Schubkarre gestapelt und in den Heizungsraum gekarrt, noch einmal ausgekippt und zu hohen Beigen aufgeschichtet. Wie ich also so im Heizungsraum stehe und staple, was mein Vater und mein Schwager da ankarren, spüre ich, wie ich angespannt bin. Immer ist meine Zeit so verplant, es bleibt mir wieder einmal kein Moment, mich aufs Sofa zurückzuziehen, ein bisschen durchs Netz zu surfen oder gemütlich mit einer Freundin zu telefonieren. Ganz zu schweigen von all dem, was auch noch zu tun wäre und wieder mal auf der Strecke bleibt: Schulzeug sortieren, Haushalt erledigen, Pendenzenlisten abarbeiten. Habe ich denn kein Recht auf ein bisschen Freizeit?

Und dann werde ich beschenkt. Ich vergesse, was ich wollte, sollte, könnte, müsste. Ich staple Holz.
Jedes einzigartige Scheit dieser vier Ster(!) wandert durch meine Hände. Ich staple Holz.
Hinter mir knistert das angefachte Feuer im Feuerraum. Ich staple Holz.
Die Wärme strahlt durch die offene Luke. Ich staple Holz.
Der Geruch vom Rauch durchzieht den Raum. Ich staple Holz.
Meine Muskeln erwärmen sich vom vielen Bücken. Ich staple Holz.
Ich spüre da und dort ein angenehmes Ziehen. Ich staple Holz.

Nachdem die Arbeit erledigt ist, geniessen wir heissen Tee und Schokoladenkuchen (gekauften natürlich, sonst würde es ja noch kitschig ob so viel Landlust-Romantik).

Danach schaue ich bei den Tieren vorbei, es reicht sogar noch für eine kleine Streichelei durch warmwolliges Fell.

Und bald darauf wackeln wir zu dritt durch die Nacht dem Daheim entgegen, welches uns freundlich entgegenleuchtet, die Zaunkönigin weich und warm an meinen Körper geschmiegt, der Frischling mit seiner Glöckchenmütze und dem Laternchen wie ein kleiner Zwerg neben mir hertrabend.

Frei sein, frei haben, Freizeit haben. Oft eine Kopfsache.
Während ich diese Zeilen schreibe, brühe ich mir einen Tee auf. Einen Beuteltee jener Sorte, wo die Haltepapierchen kleine Lebensweisheiten verkünden. Diesmal:
"Wenn wir ganz bei uns selbst sind, sind wir Liebe."



Freitag, 20. November 2015

Abschied und Willkommen


Die letzten Herbsttage überraschten noch einmal mit Süsse.

Jetzt bläst der Wind ums Haus, Regen prasselt an die Fenster.
Wir zünden Lichter und Feuer an.
Und sind bereit für den Winter.




Da ich gerade sehr viel lesen, denken, arbeiten, geniessen, zeichnen, spielen, nähen und diskutieren möchte, räume ich meinen Streifzügen durchs Netz weniger Zeit ein. Mehr machen, weniger gucken. Das beglückt mich im Moment sehr. Und bleibt wohl noch ein Weilchen so. Habt es fein.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Jaune





Mittwoch, 14. Oktober 2015

Bleu






Mittwoch, 30. September 2015

Dona, dona



Nachdem das Lamm Agatha letzte Woche rund 10 Tage vor ihrem Schlachttermin verendet ist, hat unsere Schaffreude einen neuen Tiefstand erreicht.

Fünf Lämmer wurden im Mai geboren, drei davon haben wir verloren, wovon zwei bereits mit Gendefekt (Schiefhals) geboren wurden. Das hübsche Aueli Andrina und das Böckchen Vaclav gedeihen, oben auf dem Bild beäugen sie neugierig die Klauenpflegematte. Der Bock wird in einer Woche geschlachtet, denn bald würde er geschlechtsreif und damit ein Inzucht-Risiko für seine Mutter, seine Tante und seine Halbschwester.

Seit ihren Flitterwochen beim Bock plagen die Schafe Klauenprobleme. Immer wieder hinken die Tiere, ganze Hornpartien an ihren Klauen lösen sich ab und die Ballen nässen und stinken, verfaulen richtiggehend. Moderhinke ist eine gefürchtete Krankheit, da sie für die Tiere sehr schmerzhaft und kaum auszurotten ist, wenn das Bakterium einmal in eine Herde eingeschleppt wurde. Zudem zeigt die Obduktion von Agatha (ihr Schiefhals macht sie nach ihrem Tod wenigstens noch für die Forschung interessant) Anzeichen, dass sie trotz durchgeführter Wurmbehandlung an starkem Wurmbefall gelitten hat. Beides kann man behandeln. Kotproben können eingeschickt, die Parasiten genau bestimmt und entsprechend bekämpft werden. Moderhinke ist mit regelmässiger Klauenpflege und Klauenbädern vielleicht in den Griff zu bekommen. Wir haben es während eines halben Jahres versucht, nicht geschafft und fragen uns langsam, ob es nicht fairer wäre, die Tiere zu schlachten. Es wäre der einfachste und sicherste Weg, die Moderhinke loszuwerden.

Es ist anstrengend, aber auch schön, die Tiere täglich "standardmässig" zu versorgen. Wasserkessel schleppen, etwas Heu und Kraftfutter verabreichen, ausmisten,... und alles mit zwei kleinen Kindern im Schlepptau, das geht. Auch das regelmässige Umzäunen der Weideflächen mit unseren Elektrozäunen will gut geplant sein, ist aber machbar. Die Klauenpflege hingegen bringt uns an unsere Grenzen (Verbandwechsel z.B. alle zwei Tage). Es reicht nicht, dass der Gefährte und ich (wir machen das immer zu zweit, andere sind da routinierter) tagsüber gemeinsam eine Stunde zuhause sind (nachts fehlt das nötige Licht), wir brauchen auch jedesmal noch jemanden, der während dieser Zeit auf unser Mädchen achtet. So hetzen wir eigentlich immer in den Stall, sind doch meistens gefühlsmässig zu spät und haben schon lange keine Zeit mehr für die schönen Momente, welche ein Leben mit Tieren mit sich bringt. Es ist extrem frustrierend, ein erneut hinkendes Schaf bemerken und erst die Agenda zücken zu müssen um festzustellen, dass man das Tier frühestens in vier Tagen genauer untersuchen kann.

Wie weiter? Andrina können wir nicht als viertes Schaf behalten, vor allem nicht in der jetzigen Situation. Verkaufen oder schlachten? Ein Verkauf aus einer Moderhinke-Herde ist unrealistisch, auch wäre das Fleisch wenigstens ein kleines bisschen Lohn für die ganze zermürbende Arbeit der letzten Monate. Meine liebe Andrina, du Hündchen-Schaf, du Knuddel-Gurke... Ich tue mich schwer mit dieser Option.

Den Gedanken zuzulassen, dass wir auch die drei Grazien schlachten und damit ganz viele Probleme auf einen Schlag lösen könnten, beschert mir Unbehagen. Ich schuf mir nie leichtfertig Tiere an, auch nicht diese Schafe. Dass sie sterben müssten, weil wir eine zufriedenstellende Haltung bei allen Bemühungen nicht auf die Reihe kriegen, will mir nicht in den Kopf. Aber kaufen will die niemand, soviel ist sicher. Und wenn wir die Moderhinke tatsächlich niederringen könnten, so blieben zwei der drei Tiere Trägerinnen des Schiefhals-Defekts. Keine gute Basis für unsere kleine Zuchtgruppe.

Was ist schlimmer für ein Schaf: Krank zu leben oder früher als geplant (irgendwann wäre das ja sowieso ein Thema geworden) geschlachtet zu werden?

Die ganzen Erfahrungen mit den Lämmern haben uns etwas gelehrt: Es nützt nichts, den Tatsachen nicht ins Auge blicken zu wollen. Unsere Bemühungen bei den Lämmern waren für die Katz'. Zu hundert Prozent. Soll dies jetzt für alle weiteren Fragen im Bereich "Leben mit Schafen" gelten?

Ich muss jetzt alle Fakten, Überlegungen und Gefühle mal ein bisschen wiederkäuen. Hilft immer.

Und hier gibts noch ein paar passende Töne dazu. Schön und traurig. (Ja, natürlich: Kalb. Ist aber egal.)

Sonntag, 20. September 2015

Glühen


Immer wieder bin ich fasziniert, wenn ich eingeführt werde in Bereiche, von welchen ich bis anhin keine Ahnung hatte. Ich bin ein extrem neugieriger Mensch, und wenn mir jemand mit Herzblut, Liebe zum Detail, viel Wissen und einer Prise Präsentationsgeschick sein Métier, eine Kunstausstellung, ein Hobby oder sonst irgendetwas nahebringen will, lasse ich mich sehr gerne begeistern. Ich hänge einer belesenen Historikerin genauso gespannt an den Lippen wie einem passionierten Wachtelzüchter. Mein Staunen pflege ich, es ist mir lieb und unendlich wichtig.


Und so verwundert es nicht, dass mich dieser Abend sehr inspiriert hat: Ein Getränkehändler und ein Diplom-Bier-Sommelier führten in unserem Stall eine Bierdegustation durch. Im kleinen Rahmen hatten wir die Gelegenheit, achtzehn äusserst unterschiedliche und überraschende Biere zu acht auserwählten Käsespezialitäten und etwas Schokolade zu degustieren.



Es war ein phantastisches Erlebnis, einmal mehr hat sich mir eine neue Welt aufgetan. Nase, Zunge, Gaumen und Kehle wurden herausgefordert und überrascht, viel Wissenswertes und Unterhaltsames hat mich zum Staunen, Schmunzeln und Weiterdenken gebracht. Der Abend war lang und schön.



Und wer jetzt denkt, dass es doch verwerflich sei, gut zu essen und zu trinken, wenn anderen das Nötigste fehlt: Ja. Und nein. Die Sinne zu schärfen, auch im übertragenen Sinn natürlich, ist und bleibt wichtig. Und echte, direkte Begegnung mit Neuem, mit anderem Denken, mit fremden Menschen (die am Schluss als Freunde gehen) ist nie verwerflich. Das ist Friedensarbeit.










Donnerstag, 20. August 2015

Eine Ahnung


Diese Luft.
Dieses Licht.




Frühherbst, strahle ich.
Spätsommer, entgegnet der Gefährte.
Ich bleibe dabei.




Donnerstag, 13. August 2015

Alles nur geklaut


Altes Gerümpel fällt wohl in jedem Haushalt an. Was bei andern eine unaufgeräumte Schublade, eine vollgestellte Zimmerecke oder ein paar Papiersäcke im Keller sind, nimmt auf unserem kleinen Hof mehr Raum ein. Das alte Holz lag schon so lange gesammelt an dieser Stelle, dass wir es schon gar nicht mehr richtig sahen. Gleichzeitig wertete es die ganze nähere Umgebung ab. Wir hielten uns kaum mehr in jener ungemütlichen, lieblosen, ja verwahrlosten Ecke des Gartens auf.


Als ich bei Frau Kirschkernnzeit von der Freude eines neugewonnenen Raumes im Garten las und bei Soulemama die Verwandlung ihres Gartenhäuschens bewundern konnte, schritten wir zur Tat. Das alte Holz wurde sortiert und alles morsche, minderwertige verbrannt. Die Bodenbretter wurden wo nötig ausgetauscht, nahe zusammengerückt, neu befestigt und mit dem Hochdruckreiniger von uraltem Dreck befreit. Einige Bodendielen wurden zu Regalbrettern umfunktioniert.


Und jetzt beginnen wir langsam, den neuen Raum mit Leben zu füllen. Glücklich und dankbar dürfen wir feststellen, dass es sich um die kühlste Stelle des ganzen Grundstückes handelt. Und sie leuchtet jetzt hinaus in ihre Umgebung und macht die vorher ungeliebte Ecke zu einem neuen Lieblingsort.






Nicht nur für Renovationsarbeiten sind mir die Blogs eine liebe Inspirationsquelle. Als ich dieses Shirt bei der grossartigen Ulma gesehen hatte, wusste ich sofort, dass auch ich mir so ein Teilchen nähen wollte. Ulmas Empfehlungen, sei es in kulinarischer, naturkosmetischer, literarischer, musikalischer, strick- oder nähtechnischer Hinsicht haben mich noch nie enttäuscht, sondern im Gegenteil immer sehr glücklich gemacht. So wurde also der Rest Leinenstoff, welcher nach diesem Projekt noch übrig war, flugs vernäht.

So klau' ich mir also dies und das zusammen und beglücke mir damit meine Tage. Da fällt mir ein, dieser Kuchen muss unbedingt bald mal wieder auf den Tisch. Vielleicht mit Ribisen diesmal?
Ich freue mich über jeden Kommentar.
Weil dann Statistik-Zahlen zu Menschen werden.
Dank dir.